Forschungsprogramm

 

Wissenschaftliche Erkenntnisse, Technologien und daraus hervorgehende neue Handlungsmöglichkeiten verändern die Lebenswelten von Menschen häufig grundlegend. Für das Verständnis der daraus entstehenden ethischen Problemlagen und für eine angemessene Urteilsbildung bedarf es eines interdisziplinären und integrativen Vorgehens. Diesem Ziel hat sich das am IZEW verfolgte Programm einer "Ethik in den Wissenschaften" verschrieben.

 

Bei der "Ethik in den Wissenschaften" wird ethische Reflexion als ein Anliegen der Forscher(innen) selbst aufgefasst. Sie geben ethische Fragen und Probleme, die in und aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit erwachsen, nicht an philosophische oder theologische Ethikexpert(inn)en ab, sondern identifizieren, analysieren und beurteilen sie gemeinsam mit diesen. Die Herausforderung besteht darin, die moralischen Dimensionen der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Techniken zu erkennen sowie Handlungsalternativen abzuwägen.

 

Eine integrative ethische Reflexion in wissenschaftlichen Handlungsfeldern erfordert es, die Ziele, Mittel, Folgen und konzeptionellen Voraussetzungen der jeweiligen Wissenschaften im Blick zu halten. Nur dies ermöglicht sowohl eine sachkundige Berücksichtigung und adäquate Beurteilung aktueller Fragen als auch die Antizipation möglicher zukünftiger ethischer Probleme.

 

Bei der Beurteilung wissenschaftlicher Entwicklungen muss die Ethik stets interdisziplinär verfahren: Wissenschaftliche Innovationen werden von wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Faktoren beeinflusst, und umgekehrt wirkt sich Wissenschaft auf alle diese Bereiche aus.

 

Mit der Veränderung wissenschaftlicher Erkenntnisse und dem Wertewandel in der Gesellschaft stellen sich neue moralphilosophische, wissenschaftstheoretische und anthropologische Fragen. Daher bilden theoretische Grundlagenarbeiten ebenso wie konkrete Fallstudien einen festen Bestandteil der "Ethik in den Wissenschaften".