Workshop Ethik

Der nächste Workshop Ethik „Verstehen – Vermitteln – Verantworten, Zur Hermeneutik ethischer Situationen“ findet vom 27.-29. März 2017 statt.

Den Call for Papers können Sie hier einsehen.

Die Debatten um Gentechnologie, Globalisierung, Klimawandel, Migration oder die Solidarität innerhalb der Europäischen Unionzeigen, dass aktuelle gesellschaftliche oder transnationale Entwicklungen auch als ethische Herausforderungen wahrgenommen werden. Offenbar wächst der Bedarf an guten Argumenten im ethischen Diskurs. Das müsste die wissenschaftliche Ethik herausfordern, die gesellschaftliche Nachfrage nach ethischer Orientierung ernst zu nehmen. Relevanz erreicht die wissenschaftliche Ethik jedoch nicht auf Kosten, sondern nur auf der Grundlage einer soliden Reflexion der eigenen Voraussetzungen, Methoden und begrenzten Möglichkeiten.

 

Die Fachtagungsreihe Workshop Ethik ist konzipiert als ein jährliches Diskussionsforum für die metaethischen Fragen einer Ethik, die diese Herausforderung annimmt. Weil die Diskursethik Standards ethischer Argumentation gesetzt hat, die nicht unterboten werden sollten, stellt sie einen wichtigen Referenzpunkt für die angezielte Grundlagendebatte wissenschaftlicher Ethik dar. Die Geltung moralischer Normen kann eben nicht auf autoritäre oder traditionelle Vorgaben, nicht auf Intuitionen allein, individuelle existenzielle Entscheidungen oder eine Einsicht in die Natur zurückgeführt werden, sondern ist auf moralisch-praktische Diskurse angewiesen. In ihnen kann und muss rational argumentiert werden, d.h. es müssen Gründe vorgebracht werden, die von allen nachvollzogen werden können. Zugleich bleibt die Diskursethik als Grundlage ethischer Reflexionen unbefriedigend; ihr Prozeduralismus lässt allzu viele Fragen offen. Zum Beispiel: Wie kommt man auf (neue) Vorschläge für Normen? Welche Plausibilität gibt es für Normen noch vor der Universalisierbarkeitsprüfung in einem Diskurs? Welche Rolle spielen hier individuelle und kollektive Erfahrungen, kulturell divergierende Werte und Vorstellungen Guten Lebens? Steht die Forderung, dem Einzelnen und dem Einzelfall gerecht zu werden, im Widerstreit zur Gültigkeit universeller Normen? Welche Konsequenzen müsste eine Kritik der Verständigungsverhältnisse haben, d.h. welche Institutionen und Verfahrensregelungen sind notwendig, um reale Diskurse idealen Diskurse anzunähern? Wie verhalten sich die Erkenntnis und Begründung von Normen zu Fragen der Implementierung und Durchsetzung unter den Bedingungen moderner Gesellschaften und internationaler Sozialräume?

 

Zur Weiterarbeit an diesen Fragen laden wir aus dem gesamten deutschsprachigen Raum Ethiker/innen ein, die Freude an offenen und kontroversen Debatten haben und bereit sind, eigene Erfahrungen einzubringen und ihre wissenschaftliche Arbeit zur Diskussion zu stellen. Der Workshop Ethik wendet sich bewusst an philosophische und theologische, religiöse und nicht religiös gebundene Ethiker/innen, an Wissenschafler/innen, die sich in anderen Disziplinen um eine ethische Reflexion ihres Gegenstandsbereiches oder ihrer Vorgehensweise bemühen, sowie an Referenten/innen, die in Bildungseinrichtungen und Verbänden zu ethischen Fragen arbeiten. Es ist geplant, zu jedem Workshop Ethik ein oder zwei besonders profilierte Ethiker/innen einzuladen. Die meisten Referate sollen jedoch von den Teilnehmern/innen selbst kommen. Rechtzeitig vor jedem Treffen laden wir durch einen Call for Papers ein, die Diskussion beim Workshop durch ein Referat anzuregen.

 

 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Workshop Ethik